20:00 Uhr, Salon Maudit
Adalberstr. 25, München
Die Avantgardebewegungen der Kunst – wie Dada, Surrealismus, Konstruktivismus, etc. – mobilisierten die künstlerischen Mittel für einen Generalangriff auf die Kunst als solche. Die Kunst sollte nicht mehr als ein eingezäuntes Reservat für unerfüllte Ideale bestehen dürfen – stattdessen sollten die künstlerischen Mittel direkt an der Gestaltung einer neuen Gesellschaft und der bewussten Konstruktion der Lebensumgebung teilnehmen. Der Tendenz nach waren die Avantgarden mit anarchistischen und kommunistischen Revolutionsbestrebungen verbunden. Doch beide Seiten blieben voneinander getrennt und teilten gleichzeitig entscheidende Beschränkungen. Zu oft waren sie von einem Pathos des Produktivismus geprägt und verblieben im Gestus der individuellen Erfindung. Trotzdem steht ihr Erbe für einen unverzichtbaren Aspekt revolutionärer Bewegung und verlangt nach einer Aktualisierung.
Der Vortrag von Lukas Holfeld will einige Grundmotive der künstlerischen Avantgarden vorstellen und ihre Aktualität zur Diskussion stellen. Damit wird gleichzeitig ein Einblick in die neunte Ausgabe der Zeitschrift „Kunst, Spektakel & Revolution“ gegeben, die im Juli letzten Jahres erschienen ist und sich mit der Theorie und Kritik der Avantgarde auseinandersetzt.